nach unserem kurzen stop in irkutsk und auf olkhon-island ging es dann los, auf die eigentliche BAM. da wir im august ja unsere route wegen der waldbrände in moskau ändern mussten, wäre uns nach der mongolei nur mehr der „langweiligere“ teil der transsibirischen eisenbahn (baikalsee ausgenommen) geblieben, also haben wir beschlossen, einen umweg über diese nördliche route zu machen.
so sind wir am 1. oktober um 23.04 lokaler zeit mit dem zug richtung sjeverobajkalsk losgefahren – was 36 stunden dauerte, und einen umweg über tayshet bedeutete (der direkte weg mit dem bus wäre jedoch auch nicht viel schneller gewesen, und v.a. deutlich unbequemer).
in sjeverobaikalsk angekommen, haben wir gleich das von unserem reiseführer empfohlene „hostel“ gefunden, das eigentlich kein hostel in dem sinn ist, wie wir uns das vorstellen. wir haben an einer wohnung geläutet und wohnen bei anja und dima und ihrem vierjährigen sohn mysha, die in einem zimmer ihrer zweizimmerwohnung 4 betten zum vermieten stehen haben. die familie ist total nett, und wir wurden gleich am ersten tag mit tips für die gestaltung unseres aufenthalts überhäuft.
wir hatten insgesamt 3 volle tage hier zeit. am ersten haben wir einen ausflug ins ca 45 km entfernte goudzhekit gemacht, einem russischen thermalort (das wetter war auch ideal für eine therme – ca +3°C, und wind). dort standen drei holzhütten, eine davon war die „therme“, die genau aus zwei umkleidekabinen, einer rezeption, einer bar im untergeschoss und zwei becken mit thermalwasser (eines mit 47°C, das andere mit 52°C) bestand. dort plantschten wir eine weile, um dann wieder dank anderer „kurgäste“ zurück nach sjeverobaikalsk zu fahren (sie haben uns mitgenommen) – denn das öffentliche verkehrsmittel ist zu mittag einfach nicht gekommen (wir wurden in der früh schon vorgewarnt: „ich komme zu mittag nur, wenn genug leute aus sjeverobaikalsk herfahren, sonst zahlt sich’s nicht aus – dann komm ich erst am abend“… russisch halt ;)).
der zweite tag war ein fauler, wir haben lang geschlafen und wollten am nachmittag das museum der stadt besichtigen (war jedoch geschlossen, da verzogen – wohin war nicht klar), dann wollten wir noch weitere zugtickets kaufen (die für den zug über die chinesische grenze kann man nicht am bahnhof besorgen), doch auch dieses büro war geschlossen.
am dritten tag – sprich heute – stand ein ausflug nach baikalskoe am plan. das ist ein kleines fischerdorf am ufer des baikalsees, etwa 40 km südwestlich von sjeverobaikalsk. unsere gastfamilie hat uns einen kopierten zettel mit einer „wanderkarte“ mitgegeben, uns gesagt, wir sollen aus dem bus bei station „sljudjanskoe ozjero“ aussteigen, und können dann 18 km entlang dem baikalsee wunderschön wandern.
das versuchten wir auch. wir haben uns brav in der dunkelheit aus dem bett gezwungen, damit wir um 8.00 den einzigen bus in der früh erwischten. der fahrer hat uns zwar etwas entgeistert angeschaut, als er von unserem vorhaben erfuhr, uns jedoch freundlich aussteigen lassen und sich noch mal vergewissert, ob wir eh wissen, wo wir hin müssen. von der straße sind wir dann den wald hinuntergegangen, und nach ca 30 minuten fußmarsch (noch nicht mal am beginn dieses wanderwegs), sind wir dann jedoch umgekehrt, da uns ein paar streunende hunde auf einem verlassenen camp nicht ganz geheuer waren, und wir da nicht unbedingt durchgehen wollten.
also sind wir zurück auf die straße, und dann dort richtung baikalskoe weitergegangen. nach 10 km marsch in der sibirischen einöde hat es uns dann gereicht und wir haben ein „taxi“ für den rest des weges genommen. taxi heißt hier soviel wie das nächstbeste auto aufhalten und mitfahren (und so viele autos fahren da nicht… wir sind ganzen 5 begegnet, die in unsere richtung fuhren, und 2 in die gegenrichtung… und das in 2 stunden!).
mit diesem unserem taxi hatten wir jedoch unglaubliches glück: die dame – tanja – und ihre mutter sind nämlich nur eine stunde in baikalskoe geblieben, und haben sich freundlich bereit erklärt, uns nachher wieder nach sjeverobaikalsk mitzunehmen (der bus wäre erst 6 stunden später zurückgefahren, und in dem kaff gibt’s nichtmal ein café, wo man sich aufwärmen kann).
in baikalskoe hatten wir einen wunderschönen blick auf den baikalsee und haben uns anschließend das „museum“ (=ein klassenzimmer in der örtlichen schule) angesehen, und wurden von einer der lehrerinnen eifrig über die geschichte des ortes aufgeklärt, wo schon seit der steinzeit menschen wohnen und das heute ca 500 einwohner zählt. wir haben uns dort sehr nett mit zwei jungen lehrerinnen unterhalten, und um 1 uhr stand dann auch wirklich wie abgemacht tanja vor der tür der schule und nahm uns mit.
doch damit noch nicht genug – sie hat uns nicht nur mitgenommen, sondern zusätzlich auch gleich zu sich nach hause zum essen eingeladen. bei ihr zuhause angekommen, wurde mario nach russischer tradition vor den fernsehr gesetzt, und veronika half beim kochen. das essen schmeckte ausgezeichnet, und es hat uns wirklich sehr gefreut, diese familie kennen gelernt zu haben. sie waren ein tolles beispiel russischer gastfreundschaft – und wir sind mit einladungen zum übernachten bei unserem nächsten besuch hier überhäuft worden.
übrigens sind wir, nach unseren gesprächen mit den lehrerinnen und tanja und ihrer familie doch froh, schon bei den ersten hunden umgedreht zu sein – denn laut denen sind in diesen wäldern vor kurzem auch wölfe und bären gesichtet worden…
aber wir sind wohlauf (und sehr gesättigt) wieder in unserem hostel angekommen, und werden uns jetzt dem zusammenpacken für unseren weiteren weg widmen. unten findet ihr wie üblich noch ein paar von unseren schönsten fotos, wir melden uns dann aus vladivostok wieder!
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