Freitag, 26. November 2010

on the road to cairns (20. - 25. november)

als wir unseren letzten eintrag gepostet haben, waren wir schon in alice springs und sozusagen schon “on the road”. vom kings canyon aus hatten wir einige kilometer vor uns, um an die ostküste zu kommen (so ca 3.000 km), und stellten uns somit auf tagelanges fahren durch das nichts mit gelegentlichen picnic-pausen ein. so fad und eintönig, wie wir uns das vielleicht anfangs dachten, wurde die fahrt dann aber doch nicht – denn wir haben unsere pläne en route umgeworfen:

geplant war eigentlich, von alice springs via tennant creek über mount isa bis nach townsville an der ostküste, ca 350 km südlich von cairns, zu fahren, und von dort dann rauf nach cairns. dies hätte jedoch bedeutet, dass wir die strecke zwischen cairns und townsville doppelt fahren, denn wir müssen ja im endeffekt nach sydney runter… also haben wir unsere straßenkarte studiert, und die route abgeändert: wir sind zwar bis nach mount isa wie geplant gefahren (auch weil dies die einzige für uns befahrbare straße ist), sind jedoch kurz nach mount isa dann richtung norden, in die carpenteria region gefahren (diese „region“ ist nicht viel kleiner als österreich – 68.000 km² – hat jedoch nur 2.500 einwohner…), und von dort direkt nach cairns. die stops unterwegs waren die folgenden:

devil’s marbles
wie auf unserer fahrt nach alice ja schon entschieden, sind wir für eine nacht bei den devil’s marlbes stehengeblieben, um auch hier sonnenauf- und –untergang zu sehen (wie überall im zentrum australiens sind dies immer traumhaufte schauspiele, einerseits weil die rote erde so toll leuchtet und andererseits weil die weite einfach unbeschreiblich ist und diese naturschauspiele noch besser zur geltung kommen).

normanton
normanton ist eine kleine stadt ca 70 km von der küste des carpentaria golf entfernt. in den 20’er jahren wurde dort das größte je erlegte krokodil erschossen – mit 8,4 m länge und rund 2 tonnen schwer!! davon gibt’s dort eine statue zu sehen, und ansonsten bietet das örtchen noch ein sehr nettes visitor’s centre mit infos über die region.

karumba
diese noch kleinere stadt (600 einwohner) liegt direkt am golf von carpentaria. wir sind in der früh von normanton hinaufgefahren, und haben dort einen so wunderschönen strand gesehen, dass uns kurz mal der atem wegblieb. der ort liegt an der mündung des normanton flusses in den golf, und wir kamen zu ebbe hin, was eine traumhafte landschaft von sandbanken und türkisem meer dazwischen bedeutet. ironie des schicksals: schwimmen ist dort eher weniger ratsam, da es salzwasser-krokodile gibt…
wir haben uns daher damit begnügt, die aussicht zu genießen, und auf den sonnenuntergang zu warten, der dort oben soooo schön sein soll – und diesmal war die info der werbebroschüren nicht im geringsten übertrieben (siehe fotos)

croydon & georgetown & innot hot springs
entlang des kennedy highway richtung osten gab es zwei kleinere orte, die uns beide sehr überrascht haben, croydon und georgetown. beide sind vermutlich nicht größer als karumba (wenn überhaupt so groß), und doch gab es überall ein visitor’s centre (mit ausgesprochen hilfsbereiten und freundlichen mitarbeitern) und eine sehr gepflegte, wunderschöne picnic area. zudem scheinten die bewohner untereinander einen wettbewerb mit dem titel „wer hat den schönsten garten“ laufen zu haben, denn so gepflegte und gehegte rasen und blumen haben wir selten gesehen.
die innot hot springs ist, wie der name schon sagt, ein örtchen rund um eine heiße thermalquelle. laut unserer info kommt das wasser mit ca 70°C aus der quelle heraus, und man kann in dem bach auch problemlos baden – etwas abseits der quelle, versteht sich =) dort haben wir zwei australier getroffen, die uns dann auch gleichzeitig stoff für den nächsten tag geliefert haben, mit unbezahlbaren tipps: millaa millaa falls, atherton tablelands und lake eacham.

atherton tablelands
so nennt sich die region hier, die etwas höher gelegen ist als der rest von queensland (ca auf 900 m meereshöhe). wir sind durch diese region einfach langsam durchgefahren – und es war genau das gegenteil zu dem, was wir tagelang im outback gesehen haben: vorbei die trockenheit, vorbei die geraden straßen, vorbei die karge erde. hier ist gerade regenzeit, und zudem befinden wir uns in den „wet tropics“ – das heißt, man kann die landschaft als „almen mit regenwald“ beschreiben: es war hügelig, und alle hügel waren entweder mit sattem, saftigem gras oder mit dichtem regenwald bedeckt.

millaa millaa falls
in millaa millaa (wieder so ein mini-dorf) in diesen tablelands kann man drei wasserfälle im regenwald bewundern, die unglaublich schön und vor allem auch noch relativ unberührt sind – hier sagen fotos mehr als worte

lake eacham
lake eacham ist ein see im krater eines vulkans, wo wir kurz schwimmen waren. da es leider geregnet hat, konnten wir (noch) nicht die runde um den krater gehen – vielleicht gibt’s jedoch in der nächsten zeit ein bisschen sonne dafür

ja, dies waren unsere stops bis cairns. hier sind wir gut angekommen, werden uns wieder mal ein bisschen zeit für administratives gönnen und außerdem mario’s onkel treffen, bevor wir dann entweder richtung norden, oder richtung süden weiterfahren – je nachdem, was der wetterfrosch so meint (momentan schüttet es nämlich im 10-minuten-rhythmus als gäbe es kein morgen…)


sonnenuntergang bei den devil's marbles



australische lkws... der frühstückt unseren camper ;)


ohne worte =)



zum glück nur eine lebensgroße nachbildung von dem größten je erledigten krokodil...



der strand in karumba bei ebbe



sonnenuntergang in karumba, am golf von carpentaria - sieht das nicht aus wie aus dem werbeprospekt?




die straße (oder besser die "autobahn") durch die atherton tablelands und den tropischen regenwald



das meinten wir mit "almen mit regenwald" - die landschaft auf den tablelands



einer der wasserfälle bei millaa millaa



und noch einer, etwas kleinerer



der lake eacham



ein beispiel für die gepflegten vorgärten, die wir gesehen haben



eines gab es viel in den tablelands: kühe - in allen größen und farben. besonders süß waren die jungen, neugierigen und gleichzeitig schreckhaften kälber...

Samstag, 20. November 2010

uluru, kata tjuta & waratanka oder: ayers rock, the olgas & kings canyon (14 – 19. november)

von alice aus sind wir am 14. november richtung uluru aufgebrochen. vorweg ist hier festzuhalten, dass viele der nationalparks und sehenswürdigkeiten hier in zentralaustralien zwei namen tragen – einerseits den englischen, andererseits den ursprünglichen namen der aborigines. bevor wir von den einzelnen dingen erzählen wollen, ein kurzes „wörterbuch“ der begriffe. für diejenigen von euch, die auch gern ein paar fakten zu den dingen, die wir auf dieser etappe gesehen haben, wissen – diese haben wir unten, vor den fotos, in kursiv aufgelistet.

  • uluru – ist der ursprüngliche name des ayers rock
  • kata tjuta – bedeutet wörtlich übersetzt „viele köpfe“ und sind mehrere kleinere monolithen. im englischen werden sie „the olgas“ genannt
  • watarrka – ist die bezeichnung für den kings canyon
  • anangu – ist der name des aborigines-stammes, der im gebiet um den uluru herum seit 45.000 jahren lebt

im „uluru & kata tjuta“ national park hatten wir insgesamt drei tage zeit – die wir auch voll ausgenutzt haben. wir sind alle drei tage hintereinander um 4 uhr morgens aufgestanden, um uns den sonnenaufgang anzusehen – der wirklich sehenswert und traumhaft schön ist. generell zählt der sonnenauf- und –untergang beim uluru und/oder den olgas zu den schönsten dingen, die man sehen kann. da beide steine dunkelrot sind (wie so ziemlich jeder fleck hier in zentralaustralien), leuchten sie bei unter- oder aufgehender sonne besonders schön. dieses spektakel konnten wir auch je zwei mal beobachten und waren immer wieder aufs neue beeindruckt.

an unserem ersten tag im nationalpark, nach sonnenaufgang und frühstück mit traumhaft schönem ausblick, haben wir einen geführten kurzen spaziergang mit einem park-ranger gemacht, der äußerst interessant und informativ war, vor allem aber sehr gut und spannend erzählt (das wichtigste haben wir unten in den fakten zusammengefasst). anschließend sind wir die 11 km um dieses „steinchen“ herummarschiert und haben dadurch erst wirklich begriffen, wie enorm groß er eigentlich ist… der sonnenuntergang an diesem tag fiel im wahrsten sinne des wortes ins wasser – denn es hat ordentlich gewittert. dies war wohl das heftigste und beeindruckendste gewitter, das wir beide je gesehen haben…

den zweiten tag haben wir den olgas gewidmet, und dort eine wunderschöne wanderung durch diese hohen, runden steine gemacht. das gefühl, wenn man an diesen riesen-steinen vorbeigeht, ist eigentlich unbeschreiblich… wie schon bei ein paar anderen dingen hoffen wir hier, dass es die fotos unten besser vermitteln können, als wir im schreiben! beim sonnenuntergang dort hatten wir glück – denn kurz bevor die sonne hätte untergehen sollen, hat sich die dicke wolkendecke doch noch mal gelichtet, und wir konnten die olgas in der abendsonne feuerrot strahlen sehen.

der dritte tag war, vom wetter her, so, wie man sich die wüste hier vorstellt: nämlich trocken, mit blitz-blauem himmel und ohne eine einzige wolke. dementsprechend heiß war es jedoch auch… da wir alle spaziergänge, die es zu machen gab, bereits abgegangen waren, sind wir an diesem tag im kulturzentrum gewesen, haben einem älteren aborigines-herren zugehört, wie er von seiner religion erzählt und uns die verschiedenen informationsräume dort angesehen, bevor wir uns von unserem „steinchen“ verabschiedeten: mit abendessen bei sonnenuntergang vor dem ayers rock. kitschiger geht’s wohl kaum ;)

am nächsten tag – mittlerweile der 18. november – sind wir zum kings canyon gefahren, und haben uns dort wieder mal einen campingplatz mit strom und pool gegönnt, um unsere diversen batterien (von elektrogeräten und von uns selbst) zu laden. am tag drauf war wieder frühe tagwache angesagt, da wir noch vor sonnenaufgang mit der wanderung um den kings canyon beginnen wollten. gesagt – getan, und so sind wir gegen 5.30 morgens aufgebrochen. der sonnenaufgang über den roten sandsteinen war gigantisch schön, ebenso wie die ganze wanderung, die uns an den oberen rand der schlucht führte, vorbei an zahlreichen hügeln aus sandstein und durch den „garten eden“ – ein natur-reservoir mitten in den felsen, wo es nicht nur wasser gibt, sondern auch palmen wachsen!


das war eine kurzfassung dessen, was wir in den letzten tagen erlebt haben. nach den in kursiv geschriebenen fakten zu uluru, den olgas und dem kings canyon, gibt’s wie üblich die fotos dazu…

1. zur kultur der anangu

  • in der religion der aborigines wurde die erde, welche ursprünglich flach und formlos war, von ihren urahnen, den geistern der gründungszeit, geformt. diese geister zogen von ort zu ort, und an jedem ort sind heute noch merkmale von damaligen ereignissen erkennbar: steine, höhlen, berge oder wasserlöcher zeugen von siedlungsgebieten, kämpfen, trauer und freude aus dieser zeit. der uluru selbst ist voll von diesen mystischen orten und heiligen plätzen für die männer und die frauen der kultur.
  • männer und frauen haben in dieser kultur sehr unterschiedliche aufgaben und pflichten – und diese bereiche sind unter allen umständen getrennt zu halten. das geht so weit, dass sich die männer nicht für die heiligen orte der frauen interessieren, ja diese nicht einmal ansehen, sondern mit gesenktem kopf vorbei gehen. dasselbe gilt natürlich umgekehrt.
  • das wissen bei den aborigines wurde und wird traditionellerweise von den großeltern an die kinder weitergegeben, während die eltern die aufgabe haben, ihre familie zu ernähren. diese erziehung basiert, wie alles in der kultur der aborigines, auf mündlicher überlieferung und erzählungen.

2. uluru & kata tjuta national park

  • so heißt der nationalpark um den uluru (ayers rock) und kata tjuta (the olgas). das land selbst gehört seit 1985 wieder den anangu, welche es an die australische regierung zurück-geleast haben. der park wird von anangu und weißen gemeinsam geführt und verwaltet wird. auch heute finden noch traditionelle zeremonien dort statt.
  • beide steinformationen sind für die ureinwohner (anangu) heilige orte
  • der nationalpark liegt in der wüste, im sogenannten „roten zentrum australiens“. das klima hier ist normalerweise trocken und heiß, die nächte kalt (die höchste je gemessene temperatur betrug 56°C im schatten, die niederste -7°C). aber auch dieses klima ändert sich zyklisch: 6 jahre hindurch wird es immer trockener, und die darauffolgenden 6 jahre immer feuchter. danach folgen wieder 6 trockene jahre etc. wir haben das ende des feuchten zyklus erwischt – und konnten daher den uluru in einer ungewöhnlich grünen und üppig-bewachsenen umgebung sehen.
  • soweit es die kultur der anangu erlaubt, erzählen sie den touristen in tours oder im kulturzentrum dort von ihrer religion und ihrer geschichte – jedoch dürfen wir „uneingeweihten“ nicht von allem und jedem erfahren. vor allem kata tjuta ist sehr heilig, und nur die ältesten der aborigines selbst wissen, was es mit dieser steinformation auf sich hat.

3. uluru

  • der uluru ist der größte monolith der erde, und besteht aus rotem sandstein
  • der teil des uluru, den man sieht, ist ungefähr ein achtel des ganzen steins
  • der teil über der erdoberfläche hat einen umfang von 9,4 km und ist 348 m hoch
  • der uluru ist über 500 millionen jahre alt. wenn man die zeit, die es die erde gibt, als einen tag mit 24 stunden ansieht, so gibt es den menschen seit 5 minuten, die dinosaurier gab es vor 20 minuten und der uluru ist bereits seit 6,5 stunden da…
  • ein stein dieser art bedeutet in der wüste vor allem eines – wasser und leben. er kann wasser nämlich in seinen ritzen aufnehmen und nach unten leiten, speist bei regen wasserlöcher und bietet schutz vor wind und regen
  • in einigen höhlen des uluru findet man bis zu 18.000 jahre alte höhlenmalerei, welche verwendet wurde, um das wissen an die nachkommen weiterzugeben.
  • der uluru ist für die anangu heilig – weshalb besucher auch an einigen stellen gebeten werden, von fotos abstand zu halten. vor allem aber werden touristen eindringlich gebeten, nicht auf den stein zu klettern (wir fanden es relativ schockierend, dass es immer noch menschen gibt, die diesen wunsch der ureinwohner, trotz mehrmaligen und sehr eindringlichen bitten, nicht respektieren und trotzdem hinaufsteigen…)

4. kata tjuta – the olgas

  • kata tjuta sind 36 „kleinere“ monolithe, etwa 30 km vom uluru entfernt, ebenfalls roter sandstein
  • kleiner bedeutet nicht klein – der höchste stein ist 546 m hoch!
  • diese steine sind für die anangu von noch größerer wichtigkeit und heiligkeit als der uluru. es ist ein heiliger ort für die männer, und nur die ältesten des stammes werden in seine wahre bedeutung eingeweiht.

5. watarrka – kings canyon

  • der kings canyon ist eine schlucht, welche in einen berg aus rotem und weißem sandstein durch einen bach gegraben wurde
  • für die ureinwohner ist auch dieser bereich ein heiliger, und wurde – nach ihrer religion – von der australischen katze in der zeit der entstehung geformt


australische distanzen - ohne worte


regenbogen


uluru bei sonnenaufgang


eine der vielen einkerbungen im uluru


wieder uluru


die olgas von der weite aus


vom gleichen standpunkt wie das vorige foto - ganz "klein" der uluru, ca 30 km luftlinie entfernt von uns



die aussicht bei unserer wanderung durch das "valley of the winds" bei den olgas


die olgas bei sonnenuntergang...


... der so ausgesehen hat (ein typischer australischer sonnenuntergang)


nächster tag (tag 3 im park) - sonnenaufgang beim uluru


unser "candle-light-dinner" beim uluru (nur die candles fehlten...)


und so sieht der uluru bei sonnenuntergang aus


nochmal die olgas, von der weite, nach sonnenuntergang


sonnenaufgang beim kings canyon


ebenfalls


warnschilder auch hier überall (ob die von den singapurern gelernt haben??)


die schlucht


und das ist die aussicht vom oberen rand der schlucht

Samstag, 13. November 2010

on the road to alice springs (9. – 12 november)

die drei tage nach unserem ausflug in den kakadu national park sind wir mehr oder minder nur schnurstracks geradeaus gefahren, und haben die unendlichen weiten des „inselkontinents“ kennengelernt. wir sind über den stuart highway bis nach alice springs gefahren (1.500 km südlich von darwin), natürlich mit einigen stops und fotopausen:

nitmiluk national park – edith falls
in diesem national park, der an den kakadu park grenzt, gibt es einen kurzen weg zu den edith falls. das sind wasserfälle, die von einem „pool“ in den nächsten fallen. in diesen becken kann man herrlich schwimmen, und sich von der hitze des tages abkühlen (es hatte immerhin knapp 40°C)

kathrine
dies ist die einzige stadt mit mehr als 100 einwohnern zwischen darwin und tennant creek, also haben wir hier noch mal gestopt, um uns mit nahrung und benzin zu versorgen – und nicht mehr, denn wirklich was zu bieten hat diese stadt nicht.

mataranka
dieser kleine ort, in etwa 100 km südlich von kathrine, hat mehrere schwimmöglichkeiten, die von thermalwasser gespeist werden – was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten (zudem da schwimmen hier erlaubt war, weil es „nur“ die für den menschen an und für sich ungefährlichen süßwasser-krokodile gibt). hier wollen wir anmerken, dass dies bis jetzt das erste mal in unserem leben war (und vermutlich das einzige mal bleiben wird), dass wir in ein thermalwasser mit 34°C hüpfen, um uns abzukühlen…

wir sind an zwei verschiedenen stellen schwimmen gegangen, einmal in dem touristischen thermalbecken (gemauert), und einmal bei den „bitter springs“, wo man mitten im regenwald unter den palmen in einem natürlichen becken badet – unglaublich schön und vor allem sehr ruhig, da die meisten (zum glück für uns) die gemauerte variante bevorzugten…

daly waters
daly waters wurde uns empfohlen, da es das exzentrischste „outback pub“ ist. der ort selbst besteht aus drei häusern, aber in dem pub dort findet man souvenirs und andenken aus aller welt (sogar alte schilling und lire scheine waren dabei!!), inklusive alter nummerntafeln, unterwäsche und sonstigen krims-krams

newcastle waters
das in unserem reiseführer als „geisterstadt“ beschriebene örtchen (heute glauben wir beläuft sich die einwohnerzahl auf ca 3 bis 10 personen), ist wirklich eine geisterstadt – aber immerhin mit einem denkmal in der mitte vom park, einem einzigen straßenschild und einem hotel, auf dessen namensschild nicht nur das eröffnungs-, sondern auch das schließungsdatum steht.

irgendwo nach newcastle waters...
…haben wir zwei mal gestoppt, um uns einen traumhaften sonnenuntergang anzusehen, und dann kurz darauf um die zahlreichen buschfeuer rund um uns zu bestaunen, fotografieren und dann hinter uns zu lassen

banka banka
dies ist eine zugstation in der mitte von nirgendwo, wo es jedoch einen campingplatz mit ausgesprochen sauberen duschen und sehr gepflegtem rasen gibt. wir haben dort übernachtet, und wurden am nächsten tag unüblich laut geweckt: ein schwarm von unzähligen papagaien machte so einen lärm, dass an schlafen nach halb 6 uhr morgens nicht mehr zu denken war, also haben wir gemütlich gefrühstückt und die papagaien beobachtet.

three ways
dies ist die hauptkreuzung des stuart highway – hier kann man (von darwin kommend) links abbiegen, um an die ostküste zu fahren, oder eben (so wie wir) weiter nach süden, nach alice springs fahren.

tennant creek
dies ist, neben kathrine, die einzige stadt zwischen darwin und alice, wo wir uns jedoch auch nur sehr kurz (zum tanken) aufgehalten haben.

devil’s marbles
ca 100 km südlich von tennant creek sind die sogenannten devil’s marbles – wissenschaftlich gesehen sind es zu granit gewordenen lava-klumpen (die jedoch riesig sind). für die aborigines ist es jedoch einer der wichtigsten spirituellen orte, und diese ovalen formationen sind für sie eier der „regenbogenschlagen“, welche in der kultur der aborigines eine der wichtigsten gründerfiguren der erde war.

red centre farm
diese farm bietet, laut unserem reiseführer, alle möglichen mango-produkte an, und so wollten wir die gelegenheit nutzen, und frische mangos kaufen. hier waren wir jedoch fehl am platz, denn die sind im zentrum von australien gerade nicht reif… trotzdem war’s ein netter stop.

mount stuart resting place
auf einem rastplatz irgenwo nach den dieser farm haben wir erfahren, uns genau im geographischen zentrum australiens zu befinden – es war der mittelpunkt zwischen der süd- und nordküste, ebenso wie der mittlepunkt zwischen osten und westen.

rastplatz 150 km vor alice springs
auf diesem rastplatz haben wir geschlafen, und in der früh dann den 76-jährigen farmer john getroffen, den wir auf gerade mal 60 jahre geschätzt hätten. ihm gehört, wie er sagte, eine farm in der gegend, die fast so groß ist wie ganz österreich… er selbst fand die pension zu fad und ist daher immer noch am arbeiten, wechselte neben uns in windeseile zwei reifen an seinem jeep und wünschte uns nach netter plauderei noch gute und sichere weiterreise.

tja… und jetzt sind wir in alice springs angekommen. hier werden wir zwei tage bleiben, bevor wir uns dann das australische zentrum ansehen (ayer’s rock, kings canyon, the olgas und vielleicht east oder west macdonnell range) – darüber werden wir euch bei der nächsten gelegenheit berichten. einstweilen hoffen wir, dass euch die fotos gefallen und schicken euch liebe grüße!


die edith falls und der "swimmingpool"


die thermalquelle "bitter springs" mitten im regenwald, mataranka



das "daly waters pub" mit allen möglichen souvenirs


das hotel in der geisterstadt newcastle waters



sonnenuntergang


buschfeuer am weg


unser "wecker" in banka banka


die devil's marbles



die aussicht beim autofahren für diese drei tage am weg...


mario im geographischen zentrum australiens


so sehen unsere abendessen aus =)


wir hatten mehrere pausen unterwegs... hier seht ihr, wie man sich auf australischen autobahnen bei pausen die zeit vertreiben kann...


... solang nicht so ein roadtrain vorbeifährt ;)

darwin & kakadu nationalpark (30 oktober – 8. november)

von singapur sind wir am 29. oktober abends per nachtflug in das tropische darwin, am nordwestlichsten punkt australiens geflogen, wo wir am 30. um ca 6.00 uhr früh durch alle kontrollen durchgeschleust waren und von einem traumhaft schönen sonnenaufgang und „luftigen“ 28°C im schatten empfangen wurden.

darwin selbst, vor allem das zentrum, ist sehr klein und relativ schnell abgegangen. es gab eine kleine fußgängerzone (die jedoch leider unter renovierungsarbeiten begraben war), eine hübsche promenade am meer entlang, auf der man abends traumhafte sonnenuntergänge beobachten kann. das meer selbst ist jedoch hier nur was für das auge – die lust am schwimmen wird von der von krokodilen und giftigen quallen ausgehenden gefahr stark gemindert.

generell ist darwin ein urlaubsort, der in die kategorie „lignano“ oder „rimini“ fällt, sprich: eine bar reiht sich an die nächste, und die hauptattraktionen ist das nachtleben. abgesehen davon ist dieser fleck australiens landschaftlich ein sehr schöner – vor allem in der zeit, in der wir hier waren (dem beginn der regenzeit, oder wet season), denn alles wächst und gedeiht.

da es in darwin nicht wirklich etwas zu sehen gibt, haben wir unsere zeit auch für eine ausführlichere „organisations-einheit“ verwendeten, die auch ab und zu notwendig ist. wir haben uns etwas mit der umgebung vertraut gemacht, über unsere route in australien sinniert, auf unseren camper gewartet, wäsche gewaschen und unsere fotos geordnet – also nix, mit dem wir euch hier langweilen wollen ;)

unseren camper haben wir dann am 2. november übernommen, und uns sofort wohl und heimelig gefühlt. von kühlschrank (nötig bei temperaturen von bis zu 40°C) bis herd, abspülbecken und sogar mikro (fungiert als zusätzliches kastl) ist alles vorhanden, und wo am tag zwei bänke und ein tisch sind, wird in der nacht ein gemütliches bett.

nach dem einzug in unser mobiles daheim für die nächsten 50 tage, sind wir noch drei nächte in darwin (und umgebung) geblieben. am ersten abend haben wir uns mit petra und birgit – imc-stundentinnen in ihrem auslandssemester – getroffen und einen sehr netten abend mit vielen wertvollen reisetips und infos über die kultur der aborigines verbracht.

zur kultur der australischen ureinwohner, der aborigines, ist hier zu sagen, dass darwin (genauso wie andere städte im northern territory) die für uns „europäer“ oft romantischen vorstellungen von ureinwohnern und naturvölkern stark trübt. dies stimmte uns außenstehende doch mitunter sehr nachdenklich, teils auch traurig, weshalb wir besonders froh waren, von den beiden imc-kolleginnen genauere infos und einblicke zu bekommen.

doch, wie immer im leben, gibt es natürlich zu jeder weniger guten eine sehr positive seite – und diese seite der aborigines und ihrer kultur haben wir im kakadu national park kennengelernt.

bevor wir hiervon erzählen, jedoch kurz ein paar fakten zum kakadu national park:

  • größe: ~20.000 km²
  • der park ist klassifiziert als „UNESCO Weltkulturerbe“ in zwei kategorieen: natur und kultur
  • kakadu bietet schutz und wohnraum für
    • 68 arten von säugetieren
    • über 120 arten von reptilien (darunter das salzwasser-krokodil)
    • 26 arten von fröschen
    • mehr als 260 vögelarten
    • über 300 fischarten
    • mehr als 10.000 insektenarten
    • und über 2.000 pflanzenarten
  • eine der hauptattraktionen des parks sind die (unter naturschutz gestellten) süß- und salzwasserkrokodile. während erstere für den menschen ungefährlich sind, sind letztere nicht gerade angenehme zeitgenossen, weshalb auch jeder besucher im nationalpark mehrmals darauf hingewiesen wird, dass es nicht die beste idee ist, in den gewässern schwimmen zu gehen.
  • der nationalpark ist unterteilt in sieben verschiedene regionen, welche von touristen und besuchern besichtigt werden können. dieser teil des parks ist von den „traditionellen besitzern“, den dort heimischen aborigines, an die regierung von australien geleast, und gemeinsam mit der regierung gemanagt.
  • im park gibt es zudem sechs verschiedene landschaften:
    • „savanna woodlands“ (savannen und wald)
    • “monsoon forest” (regenwald)
    • „southern hills and ridges“ (südliches hügelland)
    • “stone country” (steinlandschaft)
    • “tidal flats and coast” (küstenlandschaft)
    • “floodplains and billabongs” (flutgebiete und wasserlöcher)
  • diese landschaften verändern ihre erscheinung dramatisch im laufe eines jahres, welches für die aborigines nicht vier, sondern sechs wetterbedingte saisonen hat:
    • „Wurrgeng“, juni bis august – die frühe trockenheit
    • „gurrung“, august bis oktober – die große hitze und trockenheit
    • „gunmeleng“, oktober bis dezember – die vor-monsun-saison, mit großer hitze und enormer feuchtigkeit
    • „gudjewg“, dezember bis märz – die zeit des monsunregens
    • „banggerreng“, april – die zeit der ernte und blüte
    • „yegge“, mai bis juni – die zeit des kühlen, trockenen wetters

wir haben drei tage in kakadu verbracht, und waren von der schönheit dieses grünen meeres überwältigt. am ersten tag haben wir in ubirr bis zu 5.000 jahre alte höhlenmalerein bestaunt, die noch in enorm gutem zustand sind, und dann einen der schönsten sonnenuntergänge unserer bisherigen reise gesehen. am nächsten tag haben wir uns im bowali visitor’s centre informationen über die flora und fauna des parks geholt, und sehr interessante dokumentationen gesehen, bevor wir uns an einem anderen ort (nourlangie) weitere höhlenmalerein angesehen haben. vom mirray-aussichtspunkt hatten wir einen 360 grad ausblick auf diese immense grüne weite. an unerem letzten tag haben wir im „yellow water billabong“ und „south aligator river“ eine bootstour gemacht, auf der wir störche, adler, krähen, pelikane, habichte, jesusvögel (die haben die größten füße in der vogelwelt – jede ihrer „zehen“ ist 7 cm lang), schlangenhalsvögel und und und gesehen haben. außerdem konnten wir zwei von den gefährlichen salzwasser-krokodilen aus nächster (sicherer) nähe betrachten, eines beim faulenzen, und eines beim „fischen“.

wir wollen euch hierüber gar nicht zu lang mit worten zutexten, sondern wir glauben, die bilder unten bringen eher rüber, was wir hier versuchen zu erzählen…


sonnenuntergang in darwin


grüne und blühende umgebung von darwin


papagei auf einer raststätte vor der einfahrt zum kakadu - der konnte sogar "hello" sagen!


eingang zum nationalpark


die "wetlands"


eine der vielen krokodil-warnungen


der sonnenuntergang von ubirr aus gesehen


wieder sonnenuntergang in ubirr


das meinten wir mit "dem grünen meer"...


auf der bootsfahrt am yellow water billabong


nochmal


mahlzeit.... (das krokodil, ca 2,8 m groß, war gerade am fischen - wir waren zum glück in sicherer entfernung am boot)



die "autobahn" durch den kakadu park


australische termiten-berge


eine auswahl an den (bis zu 5000 jahre alten) höhlenmalereien der aborigines im nationalpark


und hier eine auswahl der vielen verschiedenen vogel-arten, die wir gesehen haben