in irkutsk angekommen, haben wir gleich einen schlafplatz in einem netten hostel gefunden, und sind – nach adminstrativen dingen wie visumsregistrierung & organisieren von unserem ausflug nach olkhon – ins zentrum, um diese angeblich hässliche sibirische stadt zu erkunden.
so hässlich kam sie uns dann jedoch gar nicht vor – im gegenteil, wir waren sogar recht angetan. das zentrum ist klein und überschaubar, wir sahen einige kirchen (russisch-orthodoxe sowie eine katholische), die ewige flamme, die zum andenken an kriegsopfer brennt und dabei von 4 soldaten (2 männlichen und 2 weiblichen) bewacht wird, einen großen, schönen hauptplatz mit park, einen springbrunnen, der wie zur musik bewegt war (leider fehlte jedoch die hintergrundmusik) und viele kleine holz-häuser, die noch aus dem 19. jahrhundert stammten und in denen menschen auch heute noch wohnen.
der tag verging somit recht schnell, v.a. da wir viel draußen sein konnten – es hatte nämlich ca 10 grad und die sonne schien und wärmte uns dazu.
am tag darauf ging es für einen 3-tages-trip auf die insel olkhon, die in der nähe des östlichen ufers des baikal sees auf halber höhe des sees gelegen ist (distanz von irkutsk: 230 km). für diesen weg brauchten wir satte 7 stunden (russische straßen sind nicht viel besser als mongolische, und auf die fähre mussten wir ja auch noch warten), und kamen um 15.00 uhr in der hauptstadt der insel kuzhir an – eine stadt mit immerhin 1.200 einwohnern, 3 betonierten häusern und keiner asphaltierten straße.
dort angekommen, ging es erst mal ans unterkunft-suchen. wir weigerten uns, in der touristischen hauptsammelstelle unterzukommen und wählten die russischere variante – und gingen durch die straßen, nach „zimmer zu vermieten“-schildern-ausschau-haltend. wir wurden schnell fündig, und kamen in einem nette, kleinen hotel unter, mit einer russischen familie als betreiber. unser zimmer war gemütlich und klein, in einer holzhütte, mit wc und einem waschbecken im freien – und wir waren die einzigen gäste (es wirkte so, als ob das hotel eigentlich schon winterferien machen wollte, jedoch nachdem wir kamen beschlossen hatte, zwei tage länger geöffnet zu halten). unsere gastgeber waren sehr nett, und brachten uns gleich so einen heizstrahler (heizung gab’s sonst logisch keine) und eine thermos, wodurch unser zimmerchen gleich kuschelig gemütlich wurde.
in diesem „hotel“ konnten wir auch eine russische banja benutzen – ähnlich unserer sauna, nur mit angeschlossenem waschraum, in dem man sich „duschen“ kann, d.h. man mischt in einem kübel warm- und kaltwasser und leert sich das ding gegenseitig über den kopf.
am nächsten tag (30. september) hatten wir eine exkursion nach khoboj, den nördlichsten punkt der insel, gebucht. die aussicht dort war einfach umwerfend (siehe fotos) – die herbstliche landschaft auf der insel, in einer unbeschreiblich schönen farbenpracht und –vielfalt, neben dem tiefblauen und gleichzeitig kristallklaren see (man konnte von diesem aussichtspunkt auf den grund sehen!), und im hintergrund leicht angezuckerte bergketten… wir waren beeindruckt! alles in allem wirkte der baikal see mehr wie ein meer, denn teilweise konnte man das andere ufer nicht erkennen und auch die vielen möven, die herumflogen, ließen den see nicht unbedingt wie einen see wirken.
ein paar fakten zum baikal see & zur insel olkhon
- der see ist der weltweit größte - über 600 km lang
- tiefste – 1637m
- und älteste see, entstand durch plattentektonik und wird konstant größer und tiefer, in ein paar millionen jahren wird er somit zum fünften ozean werden
- außerdem enthälter 80 % von russlands süßwasser sowie 20% der weltweiten flüssigen süßwasserreserven.
- im winter kann der see bis zu 30 m tief zufrieren, und dient daher als befahrbare straße. nur in der zeit, in der das wasser „am erfrieren“ ist, ist die insel olkhon komplett von der außenwelt abgeschnitten, da weder ein schiff, noch ein auto fahren kann – und das kann zwischen 10 und 30 tage lang dauern
- der baikalsee und seine umgebung sind von umwelt-sicht her in vielen dingen einzigartig, denn es gibt viele lebensarten, die nur hier gefunden werden (wie z.b. den omul [einen fisch der lachs familie] oder auch die weltweit einzige süßwasser robbe)
- die insel olkhon selbst ist ca 15 x 70 km groß, und wird von den shamanen als einer der fünf wichtigsten punkte mit sehr viel positiver energie auf der welt verehrt
zum mittagessen gab es auf dieser tour „rybnaja ukha“, eine russische fisch-suppe aus omul, dem typischen baikaler-fisch (er lebt nur im baikalsee und gehört zur lachs-familie), mit frischem salat und tee und russischen lebkuchen zur nachspeise – und das mitten im wald und doch frisch zubereitet (von unserem fahrer überm lagerfeuer).
am darauffolgenden tag mussten wir leider schon wieder zurück nach irkutsk, da unsere zugtickets für den abend gebucht waren. um 11. uhr abends (sprich 18.00 uhr moskauer zeit – es ist etwas gewöhnungsbedürftig, dass alle züge nach moskauer uhren laufen, und auf bahnhöfen moskauer zeit ausgehängt ist…) fuhr unser zug von irkutsk aus über tajshet nach sjeverobajkalsk. die fahrt dauerte erneut 36 stunden (die bezeichnung „schnellzug“ tragen russische züge zwar, haben sie aber kaum verdient), war jedoch sicher angenehmer als die alternative, von irkutsk aus mit einem minibus über stock und stein 19 stunden lang zu wackeln.
anbei sind noch einige fotos von irkutsk und dem baikal see, wir hoffen, sie gefallen euch so gut, wie uns die live-variante gefallen hat!
hallo ihr lieben,
AntwortenLöschenwir hatten schon lange vor, euch mal zu schreiben. sind ganz beeindruckt von eurem reisebericht. es sieht so aus, als hättet ihr, trotz mancher doch recht enger schlaggelegenheiten eine schöne zeit. wir wünschen euch viele schöne weitere tage und wochen, genießt eure weitere reise und paßt auf euch auf. wir hoffen, dass ihr nach der reise mal zeit habt, uns zu besuchen und uns von eurem abenteuer persönlich zu erzählen.
liebe grüße onkel peter, daniela, helene und viola (ist seit letztem samstag schon 2 jahre alt)