so… wir haben nun bereits ein drittel (sogar etwas mehr) von unserer reise hinter uns *schnief* a – die zeit vergeht vieeeeeel zu schnell… – und dachten uns, dass wir ein kurzes fazit des ersten drittels posten könnten, in die drei länder unterteilt (thailand ist hier bewusst ausgelassen, da es ja nur ein „aufwärmtraining“ war, und außerdem wir sicher mehr darüber zu berichten wissen, wenn wir den ganzen jänner dort waren…)
1. fazit: china
- reisedaten & -fakten:
- aufenthalt: 45 tage (inkl. hong kong)
- 13 verschiedene orte
- 5 nächte & 1 tag im zug, 1 nacht im bus
- route ging von hong kong über die ostküste bis shanghai, dann ins landesinnere nach peking. von dort aus machten wir die runde über die mongolei und russland, um dann über harbin wieder nach peking zurückzukommen
- landschaftliches
- sehr abwechslungsreiche landschaft (ebene, berge, steppe, grünland, seen, flüsse… wie man es sich für ein land dieser größe halt auch irgendwo erwartet)
- reisfelder haben wir leider nicht gesehen – die sind in einem anderen teil chinas zu hause
- dafür haben wir teefelder gesehen
- und 2 berge von unten und oben bewundert (und herausgefunden, dass chinesisches bergsteigen mit stufen-steigen gleichzusetzen ist)
- menschliches & kulturelles
- das fazit zur chinesischen kultur, das wir uns einerseits selbst gebildet haben und das andererseits in gesprächen mit anderen reisenden sich herauskristallisierte, kann man so formulieren: „china ist jene kultur, die unserer [der westeuropäischen] vermutlich eine der fremdesten auf der welt ist“
- die kontraste zwischen regelrechten bruchbuden und nigel-nagel-neuen modernen wolkenkratzern, die oft nur mehrere meter voneinander entfernt stehen, ist vermutlich einzigartig – modernisierung also ja, aber bei weitem nicht überall
- die chinesische manier ist für uns vermutlich das frappierendste und ungewöhnlichste: schmatzen und rülpsen gilt als die „feine chinesische“ – es bezeugt nämlich, dass das essen schmeckt.
- nach unserem aufenthalt hier verstehen wir auch diverse schilder in öffentlichen gebäuden mit aufschriften wie „spucken verboten“, da die täglich befreiung vom schleim, der sich dank smog und aggressiver zigaretten in den nebenhöhlen der chinesen täglich bildet, für eine sehr „interessante“ (und ehrlich: für uns störende) geräuschkulisse auf straßen sowie in ubahnen und zügen sorgt
- was die verständigung anbelangt, scheint hier das wort „englisch“ allein schon unverstanden zu sein – auch mit [für uns] internationalen ausdrücken wie „airport“ oder „toilet“ kommt man nicht weit, also besser in china auf die hand-fuß-verständigung umsteigen
- tief verankert in der (traditionellen – nicht groß-stadt-geprägten) chinesischen sitte scheint auch eine große hilfsbereitschaft zu sein, denn in ländlicheren gebieten bemühten sich die menschen stets, uns verständlich zu machen was sie meinten, oder wo wir hingehörten
- kulinarisches
- eines vorab: nein, wir hatten nie – und wir meinen nie – probleme mit dem essen, die von der hygienischen (oder nicht so ganz hygienischen) zubereitungsweise kommen könnten.
- trotzdem – und hier zitieren wir unseren reiseführer: „wundert euch nicht, wenn sich die dame, von der ihr einen snack auf der straße kauft, sich nach dem verkauf umdreht, und sich in ihre finger schnäuzt“ – auch das haben wir durchaus gesehen.
- fazit hygiene: die hygienischen bedingungen sind definitiv anders als bei uns, jedoch können wir nur sagen, dass wir (zum glück) von diversen „horrorgschichteln“ verschont geblieben sind
- nocheines vorweg: es gibt nicht überall frühlingsrollen – die haben wir hier nicht einmal gesehen
- zum geschmack des essens: wir finden, dass es vermutlich das beste ist, wenn man sich von einem einheimischen eine einführung in die chinesische küche geben lässt. da wir dies nicht hatten, haben wir uns durchgekostet – manchmal mit mehr, manchmal mit weniger glück – finden jedoch, dass vieles sehr ähnlich schmeckt und vor allem frittiert ist. unsere „lieblinge“ waren: palatschinken mit irgendeiner frittierten füllung, manchmal mit salat; gedünstete „faschingskrapfen“ mit diversen sauren füllungen; und chinesische ravioli. außerdem können wir die berühmten peking-ente nur wärmstens empfehlen - ausgezeichnet!
2. fazit: mongolei
- reisedaten & -fakten
- aufenthaltsdauer: 10 tage (11 mit den zugfahrten)
- gesehene orte: 8
- zwei tage in der hauptstadt ulaanbaatar
- 8-tägige tour in die wüste gobi
- landschaftliches
- die mongolei ist unbeschreiblich schön
- die landschaft ist enorm vielfältig: steppe, berge, felsen, wüste, sanddünen, graslandschaft – aber vor allem: unendliche weite
- der himmel in der mongolei ist anders – blauer, weiter, klarer, mit außergewöhnlichen wolkenformationen, die wir bei uns nie gesehen haben
- menschliches / kulturelles
- die menschen sind fröhlich, scheinen immer gut gelaunt zu sein
- das leben wirkt quirliger, aufgeweckter als in china und russland
- die prinzipielle miene, die man auf den gesichtern der menschen sieht, ist entspannt, offen und freundlich – kurz: es sind absolut herzliche und gastfreundliche menschen, v.a. außerhalb von ulaanbaatar
- mongolen sind für ihre hilfsbereitschaft bekannt – und die konnten wir selbst spüren, als uns auf unserer tour eine familie einfach bei sich übernachten ließ, ohne bezahlung dafür zu nehmen
- fremdsprachen: wir waren überrascht, dass viele relativ gut englisch konnten (v.a. schulkinder, die uns angesprochen haben)
- die nomaden sind absolute selbstversorger: sie ernähren sich vom fleisch ihrer tiere, sowie von selbstgemachten milchprodukten (käse, getrockneter käse, butter, milch und yoghurt) von ziegen-, kamel-, schaf- oder seltener auch kuhmilch. geheizt wird mit getrocknetem kameldung, der besonders warm brennen soll.
- üblicherweise leben die nomaden in den sogenannten „gers“ – runde zelte bestehend aus einem holzgerüst, das mit fell und teppichen bedeckt ist. meistens leben bis zu 6 personen in einem zelt, besser situierte familien haben ein „wohnzimmer-ger“ (zur info: ein ger kostet im rohbau ca € 500,-)
- kulinarisches
- das wichtigste an der mongolischen küche sind drei dinge: fleisch, fettes fleisch und noch fetteres fleisch. die mongolen zählen das fett eines tieres zu den wichtigsten lebensmitteln (da es ihnen im kalten winter die nötige energie gibt)
- ansonsten gibt es viel selbstgemachte nudel, ähnliche gedünstete „faschingskrapfen“ wie in china, und das nationalgetränk „milk tea“, der in verschiedenen variationen kommt: es ist schwarztee mit salz (ja, salz) und wahlweise milch, sahne und/oder butter – oft wird darin auch fleisch und reis gekocht, was das ganze zur suppe macht
- die mongolische küche kommt großteils ohne kräuter und gewürze aus – denn schließlich können nomaden ja keine pflanzen anbauen
3. fazit: russland
- reisedaten- & fakten
- aufenthaltsdauer: ca 3 Wochen
- gesehene orte: 11
- nächte im zug: 9 (eine davon am abstellgleis)
- landschaftliches
- die weite ist ähnlich unendlich wie in der mongolei, bloß dass wir hier durch die sibirische taiga gefahren sind = bäume, bäume und noch mal bäume
- besonders beeindruckt hat uns die insel olkhon am baikalsee, in ihrer herbstlichen pracht: die wälder schillerten in allen farben zwischen dunkelgrün und gelb, daneben der tiefblaue und kristallklare baikalsee und das ganze bei strahlendem sonnenschein.
- bajkalskoe war ein sehr idyllisches fischerdorf und genau so, wie man sich sibirien vorstellt: kilometerweit von der nächsten stadt entfernt, ein haufen von romantischen holz-häusern, die meistens sehr detailorientierte und farbige verziehrungen um die fenster tragen
- menschliches & kulturelles
- verständigungstechnisch war es für uns das angenehmste land, da wir uns problemlos mit allen unterhalten konnten
- im gegensatz zu moskau oder sankt petersburg fanden wir die menschen deutlich freundlicher und hilfsbereiter – v.a. sobald sie merkten, dass wir keine russen sind, aber trotzdem russisch sprechen.
- die viel-gerühmte russische gastfreundlichkeit ist hier auch noch deutlicher zu spüren als in den großstädten, was wir erster hand dank tanja in sjeverobaikalsk erfahren durften (wer nimmt bei uns schon einen auto-stopper mit heim zum Mittagessen??)
- kulturell waren wir berührt von der unterschwelligen präsenz vergangener einstellungen (ideologische denkmäler und bilder) – wobei hier natürlich festzuhalten ist, dass die ideologische und gedankliche umstellung in einem so großen land einfach zeit braucht, und auch in den entlegenen sibirischen orten teilweise schon zu spüren ist
- kulinarisches
- [für uns] altbekannt und somit auch bewährt =)
- empfehlenswert sind borschtsch (rote-rüben-suppe mit rindfleisch), saljanka (fleisch- oder fischsuppe), bliny (palatschinken mit diversen füllungen, süß oder sauer), piroshki (teigtaschen mit saurer füllung), prijaniki (russische lebkuchen, am besten in kombi mit schwarztee), roter kaviar (das entlockt mario beim reinen gedanken dran einen grinser und wasser im mund ;) ), vodka, kefir (ähnlich wie buttermilch), russische konfjety (pralinen) und russische dunkle schokolade
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