darwin selbst, vor allem das zentrum, ist sehr klein und relativ schnell abgegangen. es gab eine kleine fußgängerzone (die jedoch leider unter renovierungsarbeiten begraben war), eine hübsche promenade am meer entlang, auf der man abends traumhafte sonnenuntergänge beobachten kann. das meer selbst ist jedoch hier nur was für das auge – die lust am schwimmen wird von der von krokodilen und giftigen quallen ausgehenden gefahr stark gemindert.
generell ist darwin ein urlaubsort, der in die kategorie „lignano“ oder „rimini“ fällt, sprich: eine bar reiht sich an die nächste, und die hauptattraktionen ist das nachtleben. abgesehen davon ist dieser fleck australiens landschaftlich ein sehr schöner – vor allem in der zeit, in der wir hier waren (dem beginn der regenzeit, oder wet season), denn alles wächst und gedeiht.
da es in darwin nicht wirklich etwas zu sehen gibt, haben wir unsere zeit auch für eine ausführlichere „organisations-einheit“ verwendeten, die auch ab und zu notwendig ist. wir haben uns etwas mit der umgebung vertraut gemacht, über unsere route in australien sinniert, auf unseren camper gewartet, wäsche gewaschen und unsere fotos geordnet – also nix, mit dem wir euch hier langweilen wollen ;)
unseren camper haben wir dann am 2. november übernommen, und uns sofort wohl und heimelig gefühlt. von kühlschrank (nötig bei temperaturen von bis zu 40°C) bis herd, abspülbecken und sogar mikro (fungiert als zusätzliches kastl) ist alles vorhanden, und wo am tag zwei bänke und ein tisch sind, wird in der nacht ein gemütliches bett.
nach dem einzug in unser mobiles daheim für die nächsten 50 tage, sind wir noch drei nächte in darwin (und umgebung) geblieben. am ersten abend haben wir uns mit petra und birgit – imc-stundentinnen in ihrem auslandssemester – getroffen und einen sehr netten abend mit vielen wertvollen reisetips und infos über die kultur der aborigines verbracht.
zur kultur der australischen ureinwohner, der aborigines, ist hier zu sagen, dass darwin (genauso wie andere städte im northern territory) die für uns „europäer“ oft romantischen vorstellungen von ureinwohnern und naturvölkern stark trübt. dies stimmte uns außenstehende doch mitunter sehr nachdenklich, teils auch traurig, weshalb wir besonders froh waren, von den beiden imc-kolleginnen genauere infos und einblicke zu bekommen.
doch, wie immer im leben, gibt es natürlich zu jeder weniger guten eine sehr positive seite – und diese seite der aborigines und ihrer kultur haben wir im kakadu national park kennengelernt.
bevor wir hiervon erzählen, jedoch kurz ein paar fakten zum kakadu national park:
- größe: ~20.000 km²
- der park ist klassifiziert als „UNESCO Weltkulturerbe“ in zwei kategorieen: natur und kultur
- kakadu bietet schutz und wohnraum für
- 68 arten von säugetieren
- über 120 arten von reptilien (darunter das salzwasser-krokodil)
- 26 arten von fröschen
- mehr als 260 vögelarten
- über 300 fischarten
- mehr als 10.000 insektenarten
- und über 2.000 pflanzenarten
- eine der hauptattraktionen des parks sind die (unter naturschutz gestellten) süß- und salzwasserkrokodile. während erstere für den menschen ungefährlich sind, sind letztere nicht gerade angenehme zeitgenossen, weshalb auch jeder besucher im nationalpark mehrmals darauf hingewiesen wird, dass es nicht die beste idee ist, in den gewässern schwimmen zu gehen.
- der nationalpark ist unterteilt in sieben verschiedene regionen, welche von touristen und besuchern besichtigt werden können. dieser teil des parks ist von den „traditionellen besitzern“, den dort heimischen aborigines, an die regierung von australien geleast, und gemeinsam mit der regierung gemanagt.
- im park gibt es zudem sechs verschiedene landschaften:
- „savanna woodlands“ (savannen und wald)
- “monsoon forest” (regenwald)
- „southern hills and ridges“ (südliches hügelland)
- “stone country” (steinlandschaft)
- “tidal flats and coast” (küstenlandschaft)
- “floodplains and billabongs” (flutgebiete und wasserlöcher)
- diese landschaften verändern ihre erscheinung dramatisch im laufe eines jahres, welches für die aborigines nicht vier, sondern sechs wetterbedingte saisonen hat:
- „Wurrgeng“, juni bis august – die frühe trockenheit
- „gurrung“, august bis oktober – die große hitze und trockenheit
- „gunmeleng“, oktober bis dezember – die vor-monsun-saison, mit großer hitze und enormer feuchtigkeit
- „gudjewg“, dezember bis märz – die zeit des monsunregens
- „banggerreng“, april – die zeit der ernte und blüte
- „yegge“, mai bis juni – die zeit des kühlen, trockenen wetters
wir haben drei tage in kakadu verbracht, und waren von der schönheit dieses grünen meeres überwältigt. am ersten tag haben wir in ubirr bis zu 5.000 jahre alte höhlenmalerein bestaunt, die noch in enorm gutem zustand sind, und dann einen der schönsten sonnenuntergänge unserer bisherigen reise gesehen. am nächsten tag haben wir uns im bowali visitor’s centre informationen über die flora und fauna des parks geholt, und sehr interessante dokumentationen gesehen, bevor wir uns an einem anderen ort (nourlangie) weitere höhlenmalerein angesehen haben. vom mirray-aussichtspunkt hatten wir einen 360 grad ausblick auf diese immense grüne weite. an unerem letzten tag haben wir im „yellow water billabong“ und „south aligator river“ eine bootstour gemacht, auf der wir störche, adler, krähen, pelikane, habichte, jesusvögel (die haben die größten füße in der vogelwelt – jede ihrer „zehen“ ist 7 cm lang), schlangenhalsvögel und und und gesehen haben. außerdem konnten wir zwei von den gefährlichen salzwasser-krokodilen aus nächster (sicherer) nähe betrachten, eines beim faulenzen, und eines beim „fischen“.
wir wollen euch hierüber gar nicht zu lang mit worten zutexten, sondern wir glauben, die bilder unten bringen eher rüber, was wir hier versuchen zu erzählen…


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